Seltenes Glas, Weinglas Entwurf Otto Prutscher Hersteller Meyrs Neffe, Adolfhütte bei Winterberg, für Bakalowits Söhne Wien, um 1906. Höhe 20,5 cm. Lit.: abgebildet in Dedo von Kerssenbrock-Krosigk (Hg.), “Glasklar. Festschrift für Helmut Ricke”, Michael Imhof Verlag, Petersberg 2013, S. 94 Vergleiche: Lit.: J. Mergl, Zum Wohl. Eine Bemerkung zu Prutschers Urheberschaft der Pokale aus der Glasfabrik Meyers Neffe Adolf, S. 92 - 97, Abb. 3 Tafel mit Römern nach Entwürfen von Otto Prutscher, Preisliste Meyers Neffe. Die Gläser sind im Auftrag von E. Bakalowitz & Söhne bei Meyers Neffe hergestellt worden. Letztens Bild MAK Wien. Meyr’s Neffe (auch Meyrs Neffe) war eine historisch bedeutende böhmische Kunstglasfabrik in Adolf (heute Adolfov) bei Winterberg (heute Vimperk) im Böhmerwald. Sie zählt zu den ältesten und renommiertesten Glashütten Europas. Nach dem Tod des erfolgreichen Glashüttenmeisters Josef Meyr (1739-1829), Begründer der Glashütte Adolf/Adolfov, Winterberg/Vimperk, im Jahr 1829 übernahm sein Sohn Johann Meyr (1775-1841) von der Kaltenbach-Hütte (Nové Hutě, s. auch „Spurensuche in Franzensthal“) das Erbe. Beim Umzug in die Glashütte Adolf nahm er seinen 23-jährigen Patensohn Wilhelm Kralik (1806-1877) mit. Johann Meyr hatte den jungen Mann bestens ausbilden lassen. 1834 gründete Johann Meyr zudem die Glashütte Eleonorenhain/Lenora. Wilhelm Kralik leitete sämtliche Geschäfte von Johann Meyr und heiratete eine seiner Nichten. Die Glasarbeiter von Eleonorenhain kamen aus dem Raum Zwiesel, Eisenstein, Südböhmen und Niederösterreich. Mit dem Tod von Johann Meyr im Jahr 1841 starb der letzte Namensträger. Die Meyr’schen Glashütten Adolf, Kaltenbach und Eleonorenhain erbten seine Neffen Wilhelm Kralik und Josef Taschek. Beide führten die Hütten unter dem Namen „Meyrs Neffen“ weiter. Unter Wilhelm Kralik und Josef Taschek (später Kraliks Schwiegersohn) wuchs Eleonorenhain um 1850 zu einer der größten Glashütten Böhmens heran. Die Unternehmer kauften zudem die Glashütten Ernstbrunn, Biertopfhütte/ Franzensthal, Idathal und Luisenhütte und hatten somit sieben Glashütten zu betreuen. Verwaltungsmittelpunkt blieb Eleonorenhain. Als Josef Taschek 1862 starb, führte Wilhelm Kralik die Hütten unter dem Namen „Meyrs Neffe“ alleine weiter.