Stuhl Entwurf Bruno Paul Jugendstil um 1910 Nußbaum


Stuhl, Entwurf Bruno Paul, Jugendstil um 1910, Nußbaum. Geschwungene verstrebte Rückenlehne, sehr schöne Jugendstilintarsierung, Polster erneuert, sehr guter Zustand, Maße: H 92cm, B 44cm, T 46cm, SH 46cm.
Zum Entwerfer: Bruno Paul (* 19. Januar 1874 in Seifhennersdorf; † 17. August 1968 in Berlin) war als Architekt ein Wegbereiter der modernen Zweckarchitektur, außerdem satirischer Zeichner, erfolgreicher Möbeldesigner und Inneneinrichter. Er wirkte über lange Jahre als Hochschullehrer und beeinflusste dabei bedeutende Künstler wie Mies van der Rohe, George Grosz und Hannah Höch. Nach dem Abitur absolvierte Bruno Paul zunächst eine Baulehre, gelangte danach an die Kunstgewerbeschule in Dresden und studierte von 1892 bis 1894 Malerei an der Akademie der Künste in Dresden. Bei Prof. Paul Hoecker an der Akademie der Schönen Künste in München setzte er seine künstlerische Ausbildung fort. Zusammen mit Bernhard Pankok, Richard Riemerschmid und Hermann Obrist gründete er 1897 die Münchner Vereinigten Werkstätten für Kunst im Handwerk. Im selben Jahr veröffentlichte die im Jahr zuvor gegründete satirische Wochenzeitschrift „Simplicissimus“ die ersten Zeichnungen von Bruno Paul. Seine Lehrtätigkeit begann 1906, als er zum Leiter der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums Berlin ernannt wurde. 1907 war er Mitbegründer des Deutschen Werkbundes. 1910 übertrug man ihm die künstlerische Leitung der Deutschen Abteilung auf der Weltausstellung in Brüssel. Seit 1911 arbeitete er mit den Deutsche Werkstätten Hellerau zusammen. 1919 wurde er in die Preußische Akademie der Künste berufen. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten verlor er 1933 alle seine Ämter, konnte aber anonym als Architekt und Designer weiterarbeiten. Paul entwarf 1935 für Karl Schmidt-Hellerau das Anbaumöbelprogramm "Die wachsende Wohnung", welches auch nach dem 2. Weltkrieg bis ca. 1958 in den Deutsche Werkstätten Hellerau produziert wurde. 1937 schloss man ihn aus der Preußischen Akademie der Künste aus. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges arbeitete er zunächst in Frankfurt am Main und Hanau, zog 1951 nach Düsseldorf, wo er hauptsächlich im Ingenieur- und Brückenbau tätig war und kehrte 1957 nach Berlin zurück. Dort starb er 1968. 1955 hatte die Akademie der Künste ihn rehabilitiert.

Maße: Breite 44 cm, Höhe 92 cm, Tiefe 46 cm
Einordnung: Möbel / Jugendstil
Artikel Nr.: 07448
Preis: Preis auf Anfrage